Usama bin Ladin (Usāma bin Lādin)

Usama bin Ladin (Usāma bin Lādin)

Usama bin Ladin ist eine Art islamistischer “Freizeitgelehrter“. Die mediale Konzentration auf ihn als den Superterroristen der Neuzeit bescherte ihm eine Aufmerksamkeit, die er ohne die Dämonisierung im Westen nie erlangt hätte. Er verschafft sich religiöses Charisma, indem er den prophetischen Lebenszyklus nachahmt. Angesichts des puritanisch-wahhabitischen Hintergrundes seiner Ideologie und Anhänger, in dem Heiligenverehrung und Idolatrie als unerlaubte Glaubensabweichung gebrandmarkt wird, ist dies allerdings ungewöhnlich.

Was in den Darstellungen von und über bin Ladin authentisch und was bereits legendäre Überhöhung ist, lässt sich schwer überprüfen. Usama bin Ladin hebt in Interviews die außergewöhnlichen Hintergründe seines Lebens hervor. Sein Vater war mit dem Umbau der beiden bedeutendsten Moscheen des Islam, der Pilgermoschee von Mekka und der Grabmoschee Muhammads in Medina, beauftragt, so dass der junge Usama in unmittelbarer Nähe der beiden heiligsten Stätten des Islam aufwuchs. Schon in seiner Jugend soll er deshalb besonders fromm gewesen sein. Als 1979 die Sowjetarmee in Afghanistan einmarschierte, die Mujahidin ihren bewaffneten Widerstand begannen und hierfür Muslime zum jihad aufforderten, erhörte bin Ladin den Ruf…”

Auszug aus:

„Der jihad im Islam, ein kontroverses Rechtsgutachten von 1998 und die Anschläge vom 11. September“; in: Felicitas von Aretin & Bernd Wannemacher (Hrsg.): Weltlage, Opladen 2002, S. 97-111. [Weblink…(PDF)]