Institut für Islamwissenschaft, Freie Universität Berlin
Wintersemester 2007/2008
Mentorium für Magistranden
Sommersemester 2007
Mentorium für Magistranden
Sommersemester 2006
Proseminar: Islam in Deutschland
Hauptseminar: Religiöse Autorität im schiitischen Islam (Die Marja'iya)
Wintersemester 2005/2006
Proseminar: Der Irak seit dem I. Weltkrieg
In diesem Proseminar sollen die neuere Geschichte, gesellschaftliche Kräfte, Konfliktstrukturen
und kulturelle Faktoren des Irak beleuchtet werden. Dabei werden
im Einzelnen folgende Themenfelder behandelt: Mandatspolitik, Grenzziehung
und Grenzstreitigkeiten, Nationenwerdung und Nationalismus, ethnischkonfessionelle
Konflikte, Ba'thismus und Autoritarismus, der Irak im politischen
Kräftefeld des Nahen Ostens, 1., 2. und 3. Golfkrieg. Schließlich wollen wir aktuelle Entwicklungen verfolgen und mögliche Perspektiven aufzeigen.
Hauptseminar: Geburt, Leben und Tod im Spiegel zeitgenössischer islamrechtlicher Kontroversen
Das irdische Leben zwischen Geburt und Tod ist in religiöser Perspektive nur ein
Zwischenstadium. Über das Davor und das Danach gibt im Allgemeinen die Theologie
Auskunft. Die islamische Rechtswissenschaft befasst sich mehr mit dem real
existierenden Leben und seiner körperlichen Gebundenheit. Mit Fragen der legitimen
Zeugung "beginnt" das juristische Themenfeld, und mit Fragen des Todes,
etwa der Bestimmung des Todeszeitpunkts und der Beerdigungsrituale, endet sie.
Mitunter reicht sie auch darüber hinaus, etwa in der Bewertung des Märtyrertodes.
Hierzu sollen aktuelle medizinische und ethische Debatten untersucht werden zu
Themen wie Geburtenkontrolle und Abtreibung, Organtransplantation und Hirntod,
Genforschung, Klonung und Chimären, Körperstrafen und Menschenrechten.
Sommersemester 2005
Proseminar: Medien und Öffentlichkeit im Nahen Osten
In dem Proseminar wird der Einfluss von Medien auf Religion und Gesellschaften
des Nahen Ostens behandelt. Der Einzug neuer Medien (Buchdruck, Telegraf,
Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen, Satelliten-TV, Internet u.a.) beschleunigt die
Verbreitung von Information und vervielfacht deren Menge. Die neuen Medien
sind das Ergebnis technologischer Modernisierung, sie beeinflussen aber auch
(und werden beeinflusst) von gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen
Bedingungen wie Alphabetisierung, Bildungsstand, Demokratisierung und Zensur. Ein besonderer Fokus soll dabei auf Veränderungen gerichtet werden, die das
Verständnis und die Praxis des Islam als Religion und als politische Lehre betreffen.
Hauptseminar: Islamische Vorstellungen zu Internationalen Beziehungen
Das Hauptseminar befasst sich zunächst mit der Frage, ob sich Vorformen "internationaler
Beziehungen" und eines frühen Völkerrechts im Frühislam und in den
normativen Quellen finden. Welche Relevanz hat die klassische Zwei-Reiche-
Lehre, nach der dem Dar al-Islam, dem Bereich des Islam, ein Kriegsgebiet (Dar
al-Harb) feindlich gegenübersteht bis heute? Welche Formen der Koexistenz oder
des friedlichen Zusammenlebens zwischen "islamischen" und nichtmuslimischen
Staaten sind theoretisch möglich? Welche Position beziehen islamische Regierungen,
Rechtsgelehrte und oppositionelle Islamisten gegenüber internationalen
Organisationen wie der UNO? Wie bewerten Muslime die Schwächung nationalstaatlicher
Souveränität und die zunehmende ökonomische und politische Vernetzung
im Prozess der Globalisierung? All diese Fragen lassen sich nicht kulturessentialistisch
beantworten. Muslime verschiedener Zeiten und Kontexte haben
unterschiedliche Antworten auf sie gegeben.
Wintersemester 2004/2005
Proseminar: Die schiitischen Imame: Zwischen Hagiographie und Heroisierung
Die Imame als die nach schiitischer Lehrmeinung einzig legitimen Nachfolger des
Propheten Muhammad genossen zu allen Zeiten eine besondere Verehrung. Dieses
Proseminar behandelt die unterschiedlichen Konzeptionen, die sich mit ihnen
verbinden. Für viele Gläubige sind sie unfehlbare Heilige, die als Vermittler zu
Gott fungieren. Anderen sind sie konkretes Vorbild für moralisches und gesellschaftspolitisches
Engagement, ja revolutionären Kampf gegen Unterdrückung
und Tyrannei.
Hauptseminar: Märtyrer oder Selbstmordattentäter? Eine innerislamische Kontroverse
Die Selbstmordanschläge der jüngsten Zeit haben eine innerislamische Kontroverse
über die religiöse Legitimität oder Illegitimität solcher Anschläge entfacht. In
dem Seminar werden die Hintergründe und Argumentationsmuster dieser Debatte
beleuchtet.
Sommersemester 2004
Proseminar: Islamische Rituale in Theorie und Praxis
In dem Proseminar werden einige islamische Rituale wie das Pflichtgebet, die Pilgerfahrt,
das Fasten im Monat Ramadan und Feste am Lebensweg exemplarisch
dargestellt. Neben den normativen Quellen, rechtlichen Bestimmungen und der
historischen Praxis soll ein Einblick in die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen im
zeitgenössischen Islam vermittelt werden. Es ist deshalb geplant, an Veranstaltungen
muslimischer Gemeinden in Berlin beobachtend teilzunehmen.
Proseminar: Islamische Führer der Neuzeit
Führungspersönlichkeiten spielen im Nahen Osten eine dominante Rolle. Auch
religiöse Reformbewegungen und islamistische politische Parteien sind in der Regel
sehr fixiert auf charismatische Führer und "spirituelle Mentoren". In diesem
Proseminar werden Biographie, Werk und Wirkung von einigen Vertretern der Salafiya (Afghani, Abduh), von Gründungsvätern bzw. Anführern politischer Bewegungen
des 20. Jahrhunderts (Hasan al-Banna, Sayyid Qutb) und von Vordenkern
islamischer Revolutionen (Schari'ati, Khumaini) behandelt.
Wintersemester 2003/2004
Proseminar: Das Heilige: Phänomenologie und Funktion im Islam
Die Unterteilung der Welt in einen heiligen und in einen profanen Bereich gehört
zu den Wesensmerkmalen der meisten Religionen. Als heilig können dabei bestimmte
Orte, Personen und kultische Gegenstände, aber auch Texte, Legenden
und rituelle Handlungsweisen angesehen werden.
In diesem Proseminar werden klassische und aktuelle Beispiele des Umgangs mit
dem Heiligen aus dem islamischen Kontext dargestellt. Dabei wird besonders berücksichtigt,
wie diese sich regional unterscheiden und sich in Form und Funktion
unter den Bedingungen der Moderne wandeln.
Hauptseminar: Islamische Verfassungen und Verfassungsentwürfe
Seit den 70er Jahren warten islamische Religionsgelehrte und muslimische Intellektuelle
zunehmend mit Entwürfen für islamische Verfassungen auf. Sie wollen
damit Vorwürfe entkräften, der Islam biete keine konsistente und auf die Moderne
anwendbare Konzeption von gesellschaftspolitischer Ordnung. Sie bringen damit
zugleich ihren Anspruch zur Geltung, dass der Islam als ganzheitliches "System"
nicht nur die individuelle Glaubenspraxis und bestimmte Gesellschaftsbereiche,
sondern auch und gerade den Staat als oberstes Kontrollorgan der "islamischen
Gesellschaft" bestimmen müsse. Lassen sich in den Verfassungsentwürfen Vorstellungen
von einer utopischen, gerechten islamischen Gesellschaft nachweisen?
Sommersemester 2003
Proseminar: Islamische Bewegungen im Nahen Osten: Methoden, Akteure, Programme
Dieses Proseminar ist als Ergänzung und Vertiefung der Vorlesung von Frau Prof.
Krämer zum politischen Islam gedacht. Anhand von Fallbeispielen aus verschiedenen
Ländern sollen Methoden und Ziele, Vordenker und soziale Träger des facettenreichen
Phänomens Islamismus vorgestellt und diskutiert werden.
Hauptseminar: Fatwas eines modernen schiitischen Gelehrten (Muhammad
Husain Fadlallah)
Das literarische Genre des religiösen Rechtsgutachtens (Fatwa) erlebt eine beachtliche
Renaissance im islamischen Raum. Nach herrschender (zwölfer)
schiitischer Doktrin sind die Gläubigen verpflichtet, ihr Leben an den Gutachten
eines hochrangigen Rechtsgelehrten, einer "Quelle der Nachahmung" (Marja'
at-Taqlid), auszurichten. In diesem Hauptseminar sollen Fatwas des libanesischen
Marja' Muhammad Husain Fadlallah gelesen und diskutiert werden, die weit über
den libanesischen und schiitischen Kontext hinaus rezipiert und debattiert werden.
Fadlallah äußert sich zu aktuellen Themen wie Märtyreranschlägen, Coca-Cola
und Klonung.
Wintersemester 2002/2003
Proseminar: Schiitische Gemeinschaften im arabischen Raum
Die Iranische Revolution von 1979 hat das Interesse von Forschung und Politik
vermehrt auf den schiitischen Islam gelenkt. Allerdings blieben die schiitischen
Gemeinschaften im arabischen Raum eher im Schatten der Aufmerksamkeit.
Das Proseminar beschäftigt sich zunächst mit den religiösen Grundlagen des
schiitischen Islam. Sodann werden die Geschichte und die aktuelle Entwicklung
der schiitischen Gemeinschaften in Irak, Libanon, Bahrain und Saudi-Arabien behandelt.
Die Gemeinschaften unterscheiden sich in ihren historischen Erfahrungen,
ihrer sozialen Zusammensetzung, ihrem Status als Mehrheits- bzw. als Minderheitsgruppe
und den politischen Verhältnissen der jeweiligen Länder. Es wird
untersucht, wie diese Faktoren das gesellschaftspolitische Verhalten der Schiiten
in ihren Gesellschaften heute beeinflussen.
Hauptseminar: Friedenskonzeptionen im Islam
In diesem Seminar werden verschiedene historische und zeitgenössische Waffenstillstands-
und Friedensabkommen sowie Friedensvorstellungen muslimischer
Protagonisten behandelt. Die Bandbreite der Konzeptionen reicht vom Frieden als
bloßem "Waffenstillstand", d.h. der Abwesenheit von Krieg, bis zu positivem Frieden
und Friedensutopien. Welchen Beitrag kann der Islam für eine friedfertige
Zukunft leisten? Bietet er Optionen für Toleranz und das friedliche Zusammenleben
in pluralen Gesellschaften und der internationalen Staatengemeinschaft?
Sommersemester 2002
Proseminar: Geschichte und Hintergründe des Konfessionalismus im Libanon
Das Proseminar behandelt das Verhältnis der zahlreichen Konfessionsgemeinschaften
des Landes in Geschichte und Gegenwart. Im Mikrokosmos des Libanon
finden sich viele Grundzüge nahöstlicher Konflikte: der problematische Umgang
religiös-ethnischer Gemeinschaften, die Relevanz kollektiver Erinnerung für das
tagespolitische Geschehen, Probleme der Modernisierung und konkurrierende
politische Ideologien nationalistischer und religiöser Provenienz. Der libanesische
Bürgerkrieg ist zu einem Synonym für gewaltsame Konflikte mit ethnischreligiösem
Hintergrund geworden. Gleichwohl ist es keiner der zahlreichen Gemeinschaften
und Ideologien gelungen, den gesamten Staat und die Gesellschaft
dauerhaft zu dominieren. Der Zwang zum Kompromiss drückt sich in einigen viel
versprechenden Entwicklungen wie Medienvielfalt und Parteienpluralismus aus,
die auch positiv auf die Region ausstrahlen können.
Projektseminar – Religiöse Autoritäten der Muslime in Berlin (mit Dr. A.
Böttcher)
In Zusammenarbeit mit ausgesuchten muslimischen Projektpartnern/innen werden
die Seminarteilnehmer/innen der Frage nachgehen, welchen Einfluss religiöse
Autoritäten unter Muslimen in Berlin haben. Eine Projektgruppe soll dabei Repräsentanten
des schiitischen Islam untersuchen, während sich die Projektgruppe "sunnitischer Islam in Berlin" mit Scheichs und Scheichas (Sufis oder Nichtsufis)
beschäftigen wird. Das Hauptseminar soll helfen, Methoden und Fragestellungen für die eigene Feldforschung
zu erarbeiten. Gedacht ist an einen Rhythmus aus "Feldforschung in
Berlin", Vor- und Nachbesprechung der Exkursionen sowie methodische und thematische
Einführungen.
Wintersemester 2001/02
Proseminar: Oppositionsbewegungen im Nahen Osten
Opposition im "westlichen" Sinne als eine legalisierte Form der kritischen Meinungsäußerung
und Mobilisierung, gar institutionalisierte Optionen für einen friedlichen
Regierungswechsel sind im Nahen Osten die Ausnahme geblieben. Häufig
wird dieses Defizit politischer Partizipation mit bestimmten normativen Vorstellungen
des Islam erklärt, so der negativen Konnotation von Parteien oder der starken
Stellung des Kalifen bzw. Herrschers und der ihm entgegenzubringenden Gehorsamspflicht.
Andere Erklärungen nennen die Folgen des Kolonialismus und Imperialismus,
die Verstrickung in die Ost-West-Blockkonfrontation, ökonomische und
politische Unterentwicklung als Ursachen für die Resistenz der autokratischen und
despotischen Herrschaftsformen.
Dieses Proseminar will einige Oppositionsbewegungen exemplarisch untersuchen,
die allgemeinen Faktoren und die je spezifischen Ursachen und Formen von
Opposition im Nahen Osten ermitteln. Dabei soll nach den Trägern, Motiven, Methoden
und Zielen dieser Bewegungen gefragt werden.
Hauptseminar: Theorien des gerechten Krieges im Islam
Der jihad wird in seiner Bedeutung als "heiliger Krieg" heute noch – und tatsächlich
wieder vermehrt – zur Legitimation zwischenstaatlicher Kriege, aber auch von
islamistischen Bewegungen für ihren Widerstand propagiert. Solche Gewaltakte
prägen das mediale Bild des Islam als einer besonders gewaltsamen, ja Gewalt
verherrlichenden Religion. Kommen in diesen Aufrufen zum jihad genuin islamische
Normen und Werte zum tragen, oder instrumentalisieren die Akteure nur
(vermeintlich) islamische Traditionen für ihre politischen Zwecke? In diesem Seminar
sollen die historischen und theologischen Hintergründe der islamischen
Konzeptionen von legitimer und illegitimer Gewalt beleuchtet und vor dem Hintergrund
zeitgenössischer politischer Konflikte konkretisiert werden. Daneben soll
aber auch geprüft werden, welche Gewalt vermeidenden, eventuell sogar pazifistischen
Traditionen und Optionen im Islam existieren.
Sommersemester 2001
Proseminar: Formen des Dialogs zwischen Sunna und Schia – Unterschiede
zwischen sunnitischem und schiitischem Islam
Der erste Teil dieser einführenden Veranstaltung handelt von den Differenzen
zwischen sunnitischem und schiitischem Islam: dem Streit um die Nachfolge des
Propheten, der Gegenüberstellung von Imamat und Kalifat, den Unterschieden in
Ritus, Recht und Theologie.
Im zweiten Teil werden die Bemühungen um eine Annäherung der beiden islamischen
Hauptrichtungen anhand von Beispielen aus dem 20. Jahrhundert untersucht:
der in den 50er und 60er Jahren in Kairo aktiven Jama'at at-Taqrib sowie
der heute im Iran ansässigen al-Majma' al-'Alami li-t-Taqrib. Weitere Ansätze der
islamischen Ökumene stammen aus dem Libanon. Dabei sollen auch Schwierigkeiten,
Widerstände und Gegner dieser Annäherung benannt werden.
Hauptseminar: Die innerschiitische Kontroverse um die Prophetentochter Fatima az-Zahra'
Im Herbst 1993 schlug der hochrangige libanesische Geistliche Muhammad Husain
Fadlallah vor, man solle an Stelle der mystischen, zudem nur vage überlieferten
Berichte über Fatima az-Zahra' lieber jene über ihre gesellschaftliche Bedeutung
betonen und somit ihr Vorbild für die moderne, politisch engagierte Muslima
hervorheben. Diese Forderung sorgte unter den konservativen Geistlichen an den
theologischen Seminaren von Qum (Iran) und Najaf (Irak) für helle Empörung.
Ausgehend von diesem Fall behandelt das Seminar die verschiedenen Dimensionen
der gegenwärtigen innerschiitischen Kontroversen um die ideale Rolle der
Frau und den Umgang mit den "Unfehlbaren", um die Reichweite des ijtihad und
die Reform der Marja'iya, schließlich allgemein um die Gewichtung von Glauben
und Verstand in der Moderne.
Wintersemester 2000/2001
Proseminar: Heiligenverehrung im schiitischen Islam
Neben dem Propheten Muhammad gelten in der Hauptrichtung des schiitischen
Islam dessen Tochter Fatima sowie eine Reihe von zwölf Imamen als unfehlbar
und als in unmittelbarem Kontakt zu Gott stehend. Der letzte von ihnen, der Imam
al-Mahdi, ging vermutlich 874 n. Chr. "in die Verborgenheit ein" - seine Wiederkehr
wird seitdem eschatologisch erwartet. Eine personale Vermittlung zu Gott
und den Imamen findet in der Vorstellung der Gläubigen seitdem über bestimmte
Riten ('Aschura', Pilgerfahrten zu den Gräbern) sowie die erbcharismatisch verehrten
Nachkommen der Imame (Asyad) und die Religionsgelehrten ('Ulama') statt.
In dem einführenden Seminar werden zunächst die historischen und dogmatischen
Grundlagen dieser stark personenbezogenen Religiosität geklärt und sodann
an Fallbeispielen aus Vergangenheit und Gegenwart deren Ausdrucksformen
untersucht. Besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie sich die auf das Heilige
gerichteten Vorstellungen und Praktiken unter den Bedingungen der Moderne
verändern – als Stichworte seien hier die erleichterten Reisemöglichkeiten zu
Grabstätten oder der Einsatz neuer Medien wie des Fernsehens oder des Internet
für religiöse Zwecke genannt.
Hauptseminar: Die Hizb Allah. Von der "Islamischen Revolution" zur Volkspartei?
Die libanesische Hizb Allah ist eine der schillerndsten religiös-politischen Bewegungen
im Nahen Osten, die zuletzt wegen der "Befreiung" des Südlibanon
Schlagzeilen von sich machte. Im Westen wurde sie vor allem durch die Anschläge
von Selbstmordkommandos und die Geiselnahme westlicher Ausländer berüchtigt.
Im Libanon gewann sie hingegen wegen ihres im Vergleich zu anderen
Milizen disziplinierten Auftretens und ihres Netzwerks aus Versorgungseinrichtungen
und Bildungsstätten Ansehen und Anhänger. Seit 1992 ist die Partei mit einer
Abgeordnetengruppe im Parlament vertreten, und selbst eine Beteiligung am Kabinett
wurde immer wieder diskutiert.
In den zwei Jahrzehnten ihres Bestehens durchlief die "Partei Gottes" eine fundamentale
Transformation, was sich an ihrem Wandel von Ideologie, religiöser
Sprache und Symbolik, politischen Zielen, Mitglieder- und Führungsstruktur sowie
der Methodenwahl nachweisen lässt.
Weitere Lehrveranstaltungen
Sommersemester 1999 Universität Mannheim, Fakultät für Sozialwissenschaften,
Proseminar: Konfliktstrukturen im Nahen Osten
Sommersemester 1998 Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients (FU Berlin),
Hauptseminar: Opposition in ausgewählten arabischen Staaten
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